Ehrlich?

Ehrlich?

Ehrlich, sage ich.
Und meine was ich sage.
Doch habe ich nicht alles gesagt.
Ehrlich, frage ich.
Denn ich weiß, das ist nur ein Teil der Wahrheit.
 
Alles gut, sage ich.
Und glaube was ich sage.
Doch meine ich damit das Gegenteil.
Alles gut, frage ich.
Denn ich weiß, dass es nicht so ist.
 
Ein bisschen, sage ich.
Und denke was ich sage.
Doch habe ich große Erwartungen.
Ein bisschen, frage ich.
Denn ich weiß, ich hoffe auf mehr.
 
In einer Welt sind meine Gedanken Wirklichkeit.
Aber die Realität ist eine andere.

729 Tage später

729 Tage später

Nun ist es quasi auf den Tag genau 2 Jahre her, dass ich zum ersten Mal einer anderen Person und endgültig wohl auch mir selbst eingestanden habe, dass ich wohl doch nicht so hetero bin, wie die meisten wohl angenommen haben. Der Weg dahin war ein langer Weg und sicherlich auch nicht immer einfach. Letztendlich kann man hinterher immer sagen, dass man es sich quasi schon früher hätte eingestehen können, denn hinterher kann man meist alles besser beurteilen. So aber hat es bei mir halt länger gedauert, bis die Erkenntnis und das Eingeständnis auch in meinem Bewusstsein ankamen. Die Monate vorher waren schwierig, ich selbst oft nicht gut drauf und viel am Nachdenken. Dazu kam die Tatsache, dass ich für mehrere Monate alleine im Ausland war und dadurch noch viel mehr Zeit zum Nachdenken hatte. Zurück aus dem Ausland dauerte es nur noch wenige Wochen, bis ich letztendlich so weit war, über meinen Schatten zu springen und mich einem Freund anzuvertrauen. Für einen Menschen, der quasi nie über seine Gefühlswelt und eigene Probleme mit anderen geredet hat, ist das schon ein gewaltiger, wenn auch recht befreiender Schritt.

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Wie ein Schiff in der Flasche

Wie ein Schiff in der Flasche

Er rannte den Weg entlang, schon stark außer Atem. Er wollte bloß weg, einfach weit weg von hier. Wohin er lief, wusste er selbst nicht. Hauptsache weg von hier. Doch wovor rannte er eigentlich weg? Das wusste er auch nicht so genau. Keuchend blieb er stehen, um kurz zu verschnaufen. Wo war er hier? War er hier schon einmal gewesen? Was war passiert?

Er war im Kreis gelaufen. Dies war sein Ausgangspunkt. Der Ort, an dem alles angefangen hatte. Was hier passiert war, wusste er nicht mehr. Doch er wusste, dass er hier nicht bleiben konnte und rannte wieder weiter. Stets im Kreis, wie ein Hamster im Käfig, wie ein Strudel im Wasserglas. Weiter und weiter. Gefangen wie ein Schiff  in der Flasche, darauf wartend, dass endich jemand den Korken entfernen würde.

Weiter und weiter im Kreis, stets im gleichen Trott, ohne nachzudenken. Denn sonst wäre ihm längst aufgefallen, dass die Flasche nie verschlossen war. Und sich dahinter der weite Ozean der Möglichkeiten befand.

Brief an einen unbekannten Freund

Brief an einen unbekannten Freund

Ein sehr schönes Jugendbuch ist „Das ist also mein Leben“ von Stephen Chbosky, im Original „The Perks of Being a Wallflower“, verfilmt als „Vielleicht lieber morgen“. Charlie schreibt darin einem ihm unbekanntem Freund Briefe, in denen er seine Erlebnisse in der Vergangenheit und an der Highschool verarbeitet. Das hier ist ein Versuch, etwas ähnliches zu probieren. Wieder mal eine bunte Mischung aus Fiction und ein paar eigenen Gedanken. Frei nach dem Motto:

„Und in diesem Augenblick, ich schwöre es, sind wir unendlich.“

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Königskind

Königskind

Meine erste längere Geschichte. Wenn man eine Geschichte schreibt, schreibt man auch zum Teil seine eigene. Wie viel davon meine Geschichte ist, müsst ihr selbst rausfinden. Ich hoffe, es gefällt euch ein bisschen. Ich bin dankbar für ehrliches Feedback. Entweder hier, auf Twitter, persönlich oder auch über Tellonym. Danke an Miterion und Bambi, die schon beim Schreiben auf das Ende warten mussten.

Die Legende

Jeder kannte die Legende vom verschwundenen Königskind. Sie war in jedem der sechs Reiche des Kontinents bekannt. Die Fischer des Küstenreichs Azul kannten sie genauso wie die Nomaden der Wüste in Gul und der Steppe von Narengi. Die Bauern auf den blühenden Feldern von Mor sangen davon, während die Jäger in den Wäldern von Uaine die Geschichten am Lagerfeuer weitergaben. Und auch in Ahmar, dem Reich der Feuerinseln kannte jedes Kind die Erzählungen, wie vor einigen Jahren das Kind des Königs verschwand und seitdem nicht wieder gesehen wurde. Der König ließ verzweifelt in allen sechs Reichen nach seinem Kind suchen, doch war die Suche vergeblich. Nur immer verwegenere Gerüchte kehrten zurück in den Palast, von Dieben, Hexen, sogar von Drachen, die für das Verschwinden des Kindes verantwortlich sein sollten. Auf jeden, der das Kind zurückbringen sollte, wartete eine sagenhafte Belohnung. Doch niemand hatte Erfolg.

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