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Kategorie: Fiction

Ehrlich?

Ehrlich?

Ehrlich, sage ich.
Und meine was ich sage.
Doch habe ich nicht alles gesagt.
Ehrlich, frage ich.
Denn ich weiß, das ist nur ein Teil der Wahrheit.
 
Alles gut, sage ich.
Und glaube was ich sage.
Doch meine ich damit das Gegenteil.
Alles gut, frage ich.
Denn ich weiß, dass es nicht so ist.
 
Ein bisschen, sage ich.
Und denke was ich sage.
Doch habe ich große Erwartungen.
Ein bisschen, frage ich.
Denn ich weiß, ich hoffe auf mehr.
 
In einer Welt sind meine Gedanken Wirklichkeit.
Aber die Realität ist eine andere.

Wie ein Schiff in der Flasche

Wie ein Schiff in der Flasche

Er rannte den Weg entlang, schon stark außer Atem. Er wollte bloß weg, einfach weit weg von hier. Wohin er lief, wusste er selbst nicht. Hauptsache weg von hier. Doch wovor rannte er eigentlich weg? Das wusste er auch nicht so genau. Keuchend blieb er stehen, um kurz zu verschnaufen. Wo war er hier? War er hier schon einmal gewesen? Was war passiert?

Er war im Kreis gelaufen. Dies war sein Ausgangspunkt. Der Ort, an dem alles angefangen hatte. Was hier passiert war, wusste er nicht mehr. Doch er wusste, dass er hier nicht bleiben konnte und rannte wieder weiter. Stets im Kreis, wie ein Hamster im Käfig, wie ein Strudel im Wasserglas. Weiter und weiter. Gefangen wie ein Schiff  in der Flasche, darauf wartend, dass endich jemand den Korken entfernen würde.

Weiter und weiter im Kreis, stets im gleichen Trott, ohne nachzudenken. Denn sonst wäre ihm längst aufgefallen, dass die Flasche nie verschlossen war. Und sich dahinter der weite Ozean der Möglichkeiten befand.

Brief an einen unbekannten Freund

Brief an einen unbekannten Freund

Ein sehr schönes Jugendbuch ist „Das ist also mein Leben“ von Stephen Chbosky, im Original „The Perks of Being a Wallflower“, verfilmt als „Vielleicht lieber morgen“. Charlie schreibt darin einem ihm unbekanntem Freund Briefe, in denen er seine Erlebnisse in der Vergangenheit und an der Highschool verarbeitet. Das hier ist ein Versuch, etwas ähnliches zu probieren. Wieder mal eine bunte Mischung aus Fiction und ein paar eigenen Gedanken. Frei nach dem Motto:

„Und in diesem Augenblick, ich schwöre es, sind wir unendlich.“

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Königskind

Königskind

Meine erste längere Geschichte. Wenn man eine Geschichte schreibt, schreibt man auch zum Teil seine eigene. Wie viel davon meine Geschichte ist, müsst ihr selbst rausfinden. Ich hoffe, es gefällt euch ein bisschen. Ich bin dankbar für ehrliches Feedback. Entweder hier, auf Twitter, persönlich oder auch über Tellonym. Danke an Miterion und Bambi, die schon beim Schreiben auf das Ende warten mussten.

Die Legende

Jeder kannte die Legende vom verschwundenen Königskind. Sie war in jedem der sechs Reiche des Kontinents bekannt. Die Fischer des Küstenreichs Azul kannten sie genauso wie die Nomaden der Wüste in Gul und der Steppe von Narengi. Die Bauern auf den blühenden Feldern von Mor sangen davon, während die Jäger in den Wäldern von Uaine die Geschichten am Lagerfeuer weitergaben. Und auch in Ahmar, dem Reich der Feuerinseln kannte jedes Kind die Erzählungen, wie vor einigen Jahren das Kind des Königs verschwand und seitdem nicht wieder gesehen wurde. Der König ließ verzweifelt in allen sechs Reichen nach seinem Kind suchen, doch war die Suche vergeblich. Nur immer verwegenere Gerüchte kehrten zurück in den Palast, von Dieben, Hexen, sogar von Drachen, die für das Verschwinden des Kindes verantwortlich sein sollten. Auf jeden, der das Kind zurückbringen sollte, wartete eine sagenhafte Belohnung. Doch niemand hatte Erfolg.

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Der Weg nach draußen

Der Weg nach draußen

Um ihn herum wurde plötzlich alles dunkel und fing an, sich zu drehen. Immer schneller und schneller. Im Dunkel rauschten einzelne Farben an Jonathan vorbei, als würde er aus seiner Welt gerissen und ins Nichts gezogen. Es war, als würde er immer weiter fallen, doch er spürte kaum etwas davon. Nach einer gefühlten Ewigkeit drehte sich die Welt um Jonathan wieder langsamer und nahm festere Formen an. Die Farbstreifen wurden immer kleinere Punkte und schließlich konnte er wieder klar sehen.

Und was er sah, ließ ihm den Atem stocken. Das sah so gar nicht wie der Ort aus, den er gerade verlassen hatte. Es sah wie kein Ort aus, an dem er je gewesen war. Die Menge der Orte, die er kannte, war allerdings auch nicht besonders groß. Und doch war er sich sicher, dass dieser Ort so nicht hätte existieren sollen. In seiner Zeit, in seiner Welt, in allem, was ihm bekannt war.

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Meer

Meer

Und dann blickte er auf das Meer. Es war so ganz anders als die Flüsse und Seen bei ihm zuhause. Weitläufiger und blauer, ruhiger und doch auch lauter, klarer und tiefer, ganz anders eben. Er fragte sich, was wohl dahinter liegen könnte, weit weg, unerreichbar und doch durch das Meer verbunden. Das still da lag, doch von den Wellen aufgewühlt wurde. Immer in Sichtweite, doch durch die Klippen unerreichbar, gefährlich, doch auch voller Leben. Und fast außerhalb des Sichtfeldes ein kleines Boot, umschlossen von tiefem Blau, auf dem Meer daheim, auf dem Weg zu dem, was hinter dem Horizont darauf wartet, gefunden zu werden.